Freundlich lachend, von rundlicher Statur, mit weissem Bart, roten Wangen und einem noch röterem Anzug: Das Bild des Weihnachtsmanns ist den meisten von uns seit jüngster Kindheit ins Gedächtnis gebrannt und gilt als das Symbol für Weihnachten. Dass der Weihnachtsmann nicht tatsächlich mit acht Rentieren durch den Himmel reitet, durch Cheminees klettert und in Häusern Geschenke unter Weihnachtsbäumen versteckt, damit haben wir uns wohl alle vor einiger Zeit abgefunden. Doch wer ist er wirklich? Tradition oder Erfindung? Unternehmerische Glanzidee oder religiöse Überlieferung?

Coca-Cola Weihnachtstruck
Für viele das Symbol schlechthin für Weihnachten: der Coca-Cola Weihnachtstruck

Allein das Geräusch von Glockenklängen ruft bei vielen Bilder von leuchtenden Weihnachtstrucks, verschneiten Hügeln, dem Weihnachtsmann und Coca-Cola hervor. Es gibt kaum eine emotionalere Werbung als jene mit den Weihnachtstruck und ihre Premiere im Jahr 1995 ist eine Ikone der Werbegeschichte.

“Die schönste Werbung, die es gibt” oder “Sind euch auch grad Tränen gekommen?” sind übliche Kommentare auf YouTube zu den Weihnachtswerbungen von Coca-Cola. Seit 1931 nutzt Coca-Cola das Bild des Weihnachtsmanns für verschiedenste Weihnachtskampagnen und der Weihnachtsmann wird von vielen auch mit Coca-Cola assoziiert. Doch wurde der Weihnachtsmann auch von Coca-Cola erfunden?

Santas Premiere im Jahr 1931

Nein. Das Bild des Weihnachtsmanns, wie wir es heute kennen, wurde zwar stark von Coca-Cola beeinflusst, aber nicht erfunden. Der amerikanische Illustrator Haddon Sundblom zeichnete ihn mit seinem charakteristischen Bart, seinem roten Anzug und seinen Stiefeln zwischen 1931 und 1964 alljährlich und formte damit unsere Wahrnehmung des Weihnachtsmanns. Ohne Coca-Cola und Sundblom würde es den Weihnachtsmann aber trotzdem geben – nur hätte er vielleicht etwas andere Züge. Der Weihnachtsmann kommt nämlich aus einem ganz anderen Ort und einer ganz anderen Zeit.

Bildergalerie: Haddon Sundbloms Weihnachtsmänner über die Jahre

Ein türkischer Mönch namens Nikolaus

Die Ursprünge des Weihnachtsmanns reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück, wo im Dorf Myra in der heutigen Türkei ein Mönch namens Nikolaus lebte. St. Nikolaus war für seine Grosszügigkeit gegenüber Kindern und Armen bekannt. An seinem Todestag, dem 6. Dezember, wird er alljährlich gefeiert. So auch in der Schweiz, am Samichlaus-Tag. Auch in Holland wird St. Nikolaus, dort Sinterclaas genannt, am sechsten Dezember gross gefeiert. Von Holland ist denn auch die Tradition in die USA herübergeschwappt.

Er wäre nicht der, der er heute ist

Über sein Aussehen war man sich anfangs jedoch nicht einig: Mal erschien die Weihnachtsfigur als kleines, bösartig lachendes Männlein, mal als beängstigend riesiger Fleischkloss. Erst durch die Interpretation von Haddon Sundblom begann seine Erfolgsgeschichte – so wurde er danach während 33 Jahren von Sundblom gezeichnet. Als Inspiration diente Sundblom das Gedicht “A Visit From St. Nicholas” von Clement Clark Moore aus dem Jahre 1822, in dem der Weihnachtsmann mit einem roten Mantel beschrieben wird. Zuvor war er auch in goldenen, blauen oder braunen Mänteln in verschiedenen aufgetaucht. Als Modell für den Weihnachtsmann verwendete Sundblom jeweils einen Freund oder sein eigenes Spiegelbild.

Den Weihnachtsmann gäbe es also auch ohne Coca-Cola. Doch ohne Coca-Cola wäre er nicht der, der er heute ist – eine weltweit bekannte Ikone. Dieses Jahr hat er sogar einen Bogen Briefmarken gewidmet bekommen – leider aber nur in den USA.

Dieses Jahr erschienen in den USA Briefmarken mit dem Sujet des Coca-Cola Weihnachtsmanns.