Mit Rockmusik, die knallt wie eine Ohrfeige, haben sie im vergangenen Jahr die Jury am MyCokeMusic Soundcheck überzeugt und den Hauptpreis im Wert von 50'000 Franken abgeräumt. Wir haben die fünfköpfige Band SMACK! bei ihren Proben im Schwyzerischen Pfäffikon besucht und wollten von ihnen wissen, was sich seit dem Sieg für sie verändert hat. Nach einem interessanten Gespräch und einer kurzen Hörprobe ist klar: Diese sympathischen Jungs kann auf dem Weg nach oben nichts aufhalten, nicht mal ihre eigenen Veranstalter...

Die Rockband SMACK! mit (v.l.n.r.) Willem van der Boog (Gitarre), Sidney Bader (Sänger), Simon Eicher (Gitarre & Bass) und Damian Schuler (Schlagzeug) – es fehlt (beim Interview abwesend): Allen Mack (Gitarre)

Vielen Dank, dass wir euch im Bandraum besuchen dürfen. Zum Einstieg eine ganz einfache Frage: Wieso eigentlich der Name SMACK!?

Simon: Früher hiessen wir "Night Prowler", nach einem Song vom "Highway To Hell"-Album von AC/DC. Das war nicht wirklich originell, daher dachten wir, dass ein neuer Name wohl keine schlechte Idee wäre.

Damian: Zu der Zeit waren wir 13 oder 14 Jahre alt, und da willst du natürlich etwas Böses (lacht). Da haben wir beim Google-Übersetzer mal allerlei "böse Sachen" eingegeben. Irgendwann kam dann "Smack" raus. Ich glaube damals hatten wir Ohrfeige eingetippt. Das hat gepasst.

2017 habt ihr den MyCokeMusic Soundcheck mit eurem Song "Take It To The Limit" gewonnen. Wie habt ihr den Finalauftritt im Zürcher Club Plaza in Erinnerung?

Simon: Wir waren schon einige Zeit vor dem Final sehr nervös. Wir probten drei Stunden pro Tag und dies vier Mal die Woche. Wir sind uns zwar schon gewohnt an solchen Endausscheidungen zu spielen, aber der MyCokeMusic Soundcheck war halt doch ein anderes Kaliber.


Ein anderes Kaliber? Wie meinst du das?

Simon: Naja, der Name, die Jury, der Preis. Und vor allem auch zu wissen, dass wir dadurch die Chance bekommen würden, mit bekannten Profis zusammenzuarbeiten. Uns allen war klar, dass wir diese Chance packen mussten. Wir haben uns selbst unter Druck gesetzt. Aber sobald du auf der Bühne stehst, ist das gleich wieder weg.

Galerie: SMACK! bei ihrem Sieg am MyCokeMusic Soundcheck 2017


Nun ist fast ein Jahr vergangen. Welche Bedeutung messt ihr dem Sieg heute bei?

Simon: Vor dem Event hatten wir uns von unserem Coach, der uns sechs oder sieben Jahre lang begleitet hatte, getrennt. Wir waren auf uns alleine gestellt. Hätten wir nicht den MyCokeMusic Soundcheck gewonnen, wäre es für uns schwierig geworden.

Sidney: Wir haben erst im Nachhinein richtig realisiert, was unser Coach alles für uns gemacht hatte. Der MyCokeMusic Soundcheck war der erste Event, bei dem wir gemerkt haben, dass wir es auch "alleine" schaffen können. Und klar, die finanzielle Unterstützung einerseits und der Support der Musikagentur Gadget und Coca-Cola andererseits haben uns enormen Rückenwind gegeben.

"Wir waren auf uns alleine gestellt."


Simon: Und wir erhielten die Chance, mit Tommy Vetterli unsere neue Single "Checkmate" aufzunehmen. So eine professionelle Produktion hätten wir uns ohne den Sieg am MyCokeMusic Soundcheck wahrscheinlich nie leisten können. Und es macht unglaublichen Spass mit den Leuten von Gadget zusammenzuarbeiten.

Wieso denkt ihr, habt ihr euch gegen die starke Konkurrenz durchsetzen können? Was habt ihr, was die anderen Bands nicht haben?

Sidney: Das Feedback, das wir von der Jury - oder im Speziellen auch von Stress - erhalten haben, war, dass wir echt gewesen seien. Sie hätten gesehen, dass das wirklich wir sind auf der Bühne und nicht irgendwas Einstudiertes oder Künstliches. Andererseits natürlich auch, weil wir so viele Fans mit dabeihatten (lacht).

Der MyCokeMusic Soundcheck findet auch dieses Jahr im Oktober wieder im Plaza statt. Als Vorjahressieger steht ihr natürlich auch auf der Bühne. Welche Tipps würdet ihr den diesjährigen Teilnehmern mit auf den Weg geben?

Simon: Ganz einfach: proben, proben, proben! Schaut, dass die ganze Show sitzt und keine Unsicherheiten mehr da sind. Und lasst die Finger davon, zwei Tage vorher noch einen neuen Song reinzunehmen. Und nehmt ein paar Leute mit, die Stimmung machen.


Und wie überzeugt man die Jury?

Simon: Sie nehmen jeden Künstler, so wie er ist. Sie achten darauf, ob man authentisch ist, ob man "tight" ist auf der Bühne. Ob sich jemand wohl fühlt da oben, oder nicht.

Sidney: Das Wichtigste ist wirklich die Freude. Sobald du diese Freude ausstrahlst, überträgst du sie auf das Publikum, und die Jury merkt das sofort.

Was hat sich seit dem Sieg für euch verändert?

Willem: Wir wurden dadurch vermehrt an Events, wie beispielsweise die Swiss Music Awards, eingeladen. So konnten wir auch mehr am Schweizer Musikleben teilhaben und andere Künstler kennenlernen.

Sidney: Der Sieg öffnete uns viele Türen. Im letzten halben Jahr haben wir vermutlich mehr Leute kennengelernt, als in den vergangenen fünf Jahren zusammen.

Sidney Bader, der Sänger der Band SMACK!
Sidney Bader, der Sänger der Band SMACK!

Worum geht es in eurem neuen Song Checkmate?

Sidney: Checkmate heisst ja Schachmatt. Im Kontext des Songs würde ich es als Zwickmühle übersetzen. Im Song geht es aber nicht darum, sich aus einer Zwickmühle zu befreien, sondern mehr darum, den Tatsachen ins Auge zu schauen. Es ist jetzt einfach so, und ich mache weiter, gehe meinen Weg, egal was ist…so in etwa.

Wie entstehen die Texte? Schreibt ihr sie selber und woher holt ihr euch die Inspiration für neue Songs?

Sidney: Meistens legt unser Gitarrist Allen den Grundstein und wir schreiben dann gemeinsam weiter. Die Themen stammen immer aus unserem Umfeld. Das heisst, wir lassen uns von unseren persönlichen, alltäglichen Erfahrungen inspirieren.

An welchen anderen Bands orientiert ihr euch?

Sidney: Eine schwierige Frage, auf die jeder von uns wohl etwas anders antworten würde. In einem unserer ersten Interviews vor einigen Jahren nannte Simon Slash und AC/DC als Vorbilder. 

Simon: Ja, das habe ich uns bisschen eingebrockt (lacht).

"Es ist uns wichtig, dass ein Song immer 'Eier' hat."


Sidney: Anfänglich haben wir uns wohl tatsächlich an AC/DC und vielleicht noch Aerosmith orientiert. Aber wir möchten dem Ganzen eine moderne Note geben. So ist zum Beispiel der neue Song Checkmate nicht mit dem Stil von AC/DC vergleichbar, eher mit etwas Modernerem wie Nothing but Thieves oder Arctic Monkeys.

Simon: Wobei es schon etwas "härter" ist als bei den Arctic Monkeys. Vielleicht könnte man es noch mit Billy Talent vergleichen. Ganz allgemein ist es uns einfach wichtig, dass ein Song immer "Eier" hat.

SMACK! in ihrem Proberaum in Pfäffikon (SZ)


Habt ihr als Rocker manchmal das Gefühl, dass ihr die grossen Zeiten verpasst habt?

Sidney: Ja, schon ein bisschen. Ein Konzert von Nirvana oder Jimmy Hendrix hätte ich schon gerne gesehen – die wahren Klassiker halt!

Simon: Ich habe Zuhause noch dieses Poster, als AC/DC im Volkshaus gespielt hat. Man kann sich das fast nicht mehr vorstellen, was das für eine riesen Party gewesen sein muss. Als ich bei Billy Talent im Volkshaus war und gesehen habe, wie die Leute dort abgegangen sind und wie das geknallt hat, und ich mir dann vorstelle, wie das bei einer Classic Rock Band wie AC/DC gewesen sein muss, als die noch jung waren und die Verstärker so ohrenbetäubend laut…ja, also da wäre ich schon gerne dabei gewesen.

Habt ihr noch eine lustige Episode aus eurem Band- oder Tourleben?

Simon: Das ist schon fast drei Jahre her. Wir haben an einem Event gespielt, während die Gäste am Essen waren. Wir fingen an zu spielen und es wurde wie immer etwas lauter. Das hat dem Veranstalter offenbar nicht gepasst. Er hat uns heimlich den Stecker gezogen.

Sidney: Und das noch im ersten von drei Sets.

Simon: Nach einer kurzen Diskussion haben wir einfach weitergespielt…vor leeren Rängen. Aber davon lassen wir uns nicht aufhalten (grinst).

www.smackband.com

www.mycokemusic.ch