Während des Sommers zieren 23 verschiedene Label-Designs des Künstlers Fredinko die Coca-Cola-PET-Flaschen in der Schweiz. Die farbenfrohen Designs zeigen auf verspielte Art und Weise die Vielfältigkeit der Schweizer Kantone auf und laden zum Sammeln und Entdecken ein. Wir haben mit dem Künstler Fredinko über die Entwicklung seiner Designs gesprochen.

Erkennst du die beiden Kantone auf den Etiketten? Es handelt sich um Zürich und Bern.

Mit deinen Illustrationen verzierst du während des Sommers nicht nur die Coca-Cola-Flaschen der Schweiz, sondern hast auch gleich einen Rekord geschaffen: Zum Auftakt wurden deine Illustrationen zum grössten Puzzle der Schweiz zusammengefügt und am Hauptbahnhof Zürich präsentiert. Wie fühlt sich das an?

Es war schon unglaublich, das Ganze als riesiges Puzzle zu sehen. Man hat immer eine Vorstellung davon, wie etwas sein wird, aber es hat mich in der Grösse dann nochmals richtig umgehauen. Die ganze Schweiz in ihrer Facettenvielfalt auf einer solchen Fläche zu gestalten war eine einmalige Chance für mich. Dass damit ein Schweizer Rekord erzielt wird, ist die Krönung dieses Projekts.


Jedes Puzzleteil konnte von den Besuchenden im Zürcher Hauptbahnhof gegen eine freiwillige Spende mit nach Hause genommen werden. Der Erlös kam dem Verein Pro Juventute zugute.

Wie bist du für die Illustrationen und das Puzzle vorgegangen? Hast du mit einem bestimmten Kanton begonnen, oder etwa mit den Umrissen der Schweiz?

Ursprünglich war geplant, für jeden Kanton eine Etikette für die Sommer-Edition der Coca-Cola-Flaschen zu schaffen – das mit dem Puzzle hat sich erst im Laufe des Projekts entwickelt. Ich habe also zuerst mit den einzelnen Kantonen angefangen, mit welchem genau weiss ich nicht mehr. Ich hatte aber für jeden Kanton ein Moodboard, auf dem ich verschiedene Wahrzeichen und Elemente, die zum Kanton passen, sammelte.


Für die Umsetzung der Etiketten hat Fredinko stark am Computer gearbeitet, damit der Platz für das Logo und die Beschriftung perfekt passten.

Wie hat sich das Puzzle aus den einzelnen Illustrationen entwickelt?

Meine Kunst ist sonst auch eher grossflächig – Ich bemale oftmals ganze Wände oder mache Live-Malerei, in der ich verschiedene Elemente miteinander verbinde – und so habe ich dann auch hier gemerkt, dass es besser zu mir passen würde, die ganze Schweiz zu illustrieren. Ich habe das dann vorgeschlagen, und Coca-Cola war sofort mit an Bord. Allgemein liessen sie mich sehr frei handeln – ich hatte keinerlei Bestimmungen, auch nicht darüber, welche Sujets in welcher Illustration vorkommen mussten.

Von einzelnen Illustrationen zur ganzen Schweiz: In der feinteiligen Kunst von Fredinko kann man sich stundenlang verlieren.

Dein Kunstwerk ist riesengross und sehr feinteilig – Hast du irgendwelche Überraschungen für sorgfältige Betrachter eingebaut?

Tatsächlich war es am Anfang noch nicht klar, dass daraus ein Puzzle werden würde. Wir hatten auch andere Ideen, wie zum Beispiel ein Wimmelbild zu machen. Ich habe deshalb schon ein paar lustige Details eingebaut, zum Beispiel im Kanton Bern den Albert Einstein mit augestreckter Zunge, oder auch den Brunnen "Kindlifresser". Die Illustrationen bieten die Möglichkeit, Neues zu lernen und die Schweiz mit ihren Traditionen und geografischen Wahrzeichen neu zu entdecken.

Findest du den "Kindlifresser" und Albert Einstein? Fredinko hat für jeden Kanton die verschiedenen Wahrzeichen spielerisch und farbenfroh umgesetzt.

Ziemlich verspielt sind auch die Darstellungen der Wappen geworden – da es sich um Werbung handelt, darf man die Kantonswappen nicht 1:1 übernehmen. Das Zürcher Wappen habe ich dann zum Beispiel in einem Glas dargestellt, das ein Löwe in der Hand hält – durch den Winkel, in dem er das Glas hält, erkennt man dann das Wappen. Zum Teil muss man es also schon ein wenig kennen, um die einzelnen Elemente erspähen zu können.

Das Zürcher Wappen als Weinglas, aus dem ein Löwe trinkt: Für die Darstellung der Kantonswappen musste Künstler Fredinko kreativ werden, weil man sie nicht 1:1 abbilden darf.

Welche deiner Kantons-Etiketten gefällt dir am besten?

Ich finde alle gut gelungen, aber die Kantone, zu denen ich einen persönlichen Bezug habe, gefallen mir am besten. So bin ich im Glarus aufgewachsen und lebe nun in Zürich, und das sind zwei Illustrationen, die einfach sehr harmonisch aufgehen, finde ich. Zu einigen Kantonen habe ich weniger einen Bezug, und da fiel es mir natürlich schwerer, mich für die perfekten Sujets zu entscheiden.

Als Heimatkanton ein persönlicher Favorit von Künstler Fredinko: Die Illustration zum Kanton Glarus.