1. Modelmasse

In der Pokalwelt sind es wohl echte Traummasse. Die 2018 FIFA Fussball- WM Trophäe ist knapp 40 cm hoch und wiegt 6175 Gramm. Davon sind fast fünf Kilogramm 18-karätiges Gold. Ausserdem sind auf dem Sockel zwei Edelsteinkränze aus dem grünlichen Mineral Malachit eingelegt. Der 2018 FIFA Fussball- WM Pokal hat damit einen Wert von über 100.000 Euro. Ein Schnäppchen, gemessen an seinem ideellen Wert, den er für die Fussballwelt hat.

2. Ein Pokal der Sieger

Die Trophäe ist nur etwas für echte Gewinner. Und das sieht man ihr auch an. Denn sie stellt zwei triumphierende Fussballer dar, die ihre Hände in den Himmel recken und gemeinsam eine Weltkugel halten. Ein Zeichen, dass Fussball verbindet.

3. Der WM-Pokal für's Wohnzimmer

Es gibt nur eine einzige Privatperson, die eine offizielle Replik des FIFA WM-Pokals in ihrem Haus hatte. Der deutsche Unternehmer Rolf Deyhle bekam die Nachbildung Ende der 70er Jahre geschenkt. Der Stuttgarter hatte das FIFA Logo entworfen und war mitverantwortlich für die weltweite Vermarktung der Turniere. 2006 wollte Deyhle die Replik für eine zweistellige Millionensumme versteigern lassen. Das Geld wollte er an seine sechs Kinder weitergeben. Die FIFA legte aber ihr Veto ein – erfolgreich.

STAMMPLATZ: Das Original des FIFA WM-Pokals steht im FIFA-Museum in Zürich

4. Wie ein scheues Reh

Der FIFA WM-Pokal hat seinen Stammplatz seit über 40 Jahren sicher: Er wird am Sitz des Fussball-Weltverbands in Zürich aufbewahrt – seit 2016 im neu eröffneten FIFA-Museum. Das Original bleibt immer im Besitz des Verbands. Wer Weltmeister wird, bekommt eine vergoldete Replik aus Bronze.

5. Weltmeisterliche Arbeit aus Italien

Der Cup ist in der Schweiz zuhause und wurde in Deutschland geboren, ist aber in Italien entstanden. Der Bildhauer Silvio Gazzaniga hat ihn 1971 entworfen. Der Mailänder war ein Pokalspezialist. Er gestaltete auch die Trophäen für den UEFA Super Cup, die U21-Europameisterschaft oder den Afrika Cup. Die Mailänder Gold- und Silberschmiedewerkstatt GDE Bertoni, bei der Gazzaniga damals arbeitete, stellte den FIFA WM-Pokal her. Noch heute wird er dorthin geliefert, wenn Schönheitsreparaturen anstehen.

6. Eine deutsche Tradition

Der derzeitige FIFA WM-Pokal wurde der Öffentlichkeit erstmals in Frankfurt am Main präsentiert, bei der Auslosung zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1974TM. Beim Finale in München wurde er erstmals übergeben – in die Hände von Kapitän Franz Beckenbauer. Durch die FIFA-Fussball-WeltmeisterschaftsTM-Siege 1974, 1990 und 2014 ist Deutschland die Nation, die den FIFA WM-Pokal am häufigsten gewonnen hat.

SIE DÜRFEN: Horst Eckel, Bernd Hölzenbein und Pierre Littbarski

7. Fass' mich nicht an

Klar, die ganze Welt würde den FIFA WM-Pokal gerne mal in den Händen halten. Aber dafür ist er etwas zu schüchtern – und wertvoll. Neben einigen wenigen FIFA Mitarbeitern dürfen lediglich Staatsoberhäupter die Trophäe berühren. Und Spieler, die schon einmal Weltmeister geworden sind. 

8. Spain oder España – Hauptsache Spanien

Wer den FIFA WM-Pokal gewinnt, wird auf dem guten Stück verewigt. Alle Titelträger werden auf dem Originalcup eingraviert, samt Jahreszahl. Eigentlich immer in der jeweiligen Landessprache. Also: „2006 Italia“ und „2014 Deutschland“. Die Ausnahme bildet Spanien. Seit dem Gewinn des Turniers 2010 steht auf dem FIFA WM-Pokal auf Englisch: „2014 Spain“ - und nicht etwa España. Den Spaniern wird es igual sein.

9. Drei Siege, ein Pokal

Aber warum ist der neue FIFA WM-Pokal eigentlich entstanden? Der Vorgänger, der Jules-Rimet-Pokal, blieb 1970 in Brasilien. Denn das Land hatte zuvor zum dritten Mal eine FIFA Fussball-WeltmeisterschaftTM gewonnen. Laut damaligen FIFA-Regeln hiess das: Der dreimalige Sieger darf den FIFA WM-Pokal für immer behalten. Ganz so ist es dann leider nicht gekommen.

UND WEG war er: In Brasilien wurde 1983 ein Original gestohlen

10. Böses Foul

Denn der Cup wurde 1983 aus einer Verbandsvitrine gestohlen und tauchte nie wieder auf. Die Polizei vermutet, dass die Diebe ihn einfach eingeschmolzen haben. Die fussballverrückten Brasilianer bekamen danach zumindest eine Kopie, angefertigt im hessischen Hanau.

11. Kommissar Pickles

Auch schon während seiner aktiven Zeit wurde der Jules-Rimet-Pokal (benannt nach dem damaligen FIFA-Präsidenten) gestohlen. Im Vorfeld der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1966TM in England verschwand der Cup während einer Werbetour aus einer Ausstellung. Der Schrecken war gross, die Erleichterung wenig später auch. Ein Hund namens Pickles entdeckte die Trophäe wieder – im Gebüsch eines Londoner Vorgartens. Die Täter wurden nie ermittelt, der Finder mit den vier Pfoten aber als Dank zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1970TM nach Mexiko eingeladen.