“Trinke Fanta, lebe bunter”, “sei bamboocha” oder “Fantamazing” – die Fanta-Kampagnen sind stets ein Ausdruck von Lebensfreude und es kennt sie jedes Kind von den USA bis in die Schweiz. Oder? Die Antwort lautet: Jein. Obwohl viele meinen, Fanta stamme aus den USA, hat es seine Ursprünge im benachbarten Deutschland, genauer gesagt aus dem Ruhrpott der 1940er Jahre. Wir schauen auf die bewegte Geschichte von Fanta.

Die Welt steckte gerade mitten im zweiten Weltkrieg, als Fanta erfunden wurde. Hitler war an der Macht, und nach dem Angriff auf Pearl Harbor hatten die Deutschen und die Amerikaner den Krieg gegeneinander erklärt, was auch den Export von Coca-Cola-Sirup nach Deutschland versiegen liess.

Doch die Deutschen liebten ihre Coca-Cola. Weil der damalige Geschäftsführer der deutschen Coca-Cola GmbH, Max Keith, nicht mehr über den amerikanischen Konzern gehen konnten, musste er sich etwas anderes einfallen lassen.

Max Keith, Geschäftsführer der deutschen Coca-Cola GmbH, hat Fanta erfunden


Eine Erfindung in der Not

Was er sich ausgedacht hat, ist das, was wir jetzt Fanta nennen: Ein ganz neues Getränk aus Molke und Apfel. Fanta heisst übrigens so, weil Max Keith unter seinen Mitarbeitern einen Namenswettbewerb ausrief und sagte, sie sollen für die Entwicklung eines neuen Getränks ihrer Fantasie freien Lauf lassen. So hiess der Sieger des Wettbewerbs am Ende Fanta.

Das Getränk wurde ursprünglich aus den wenigen Zutaten hergestellt, die Keith im kargen Kriegszustand zur Verfügung standen. Er vermischte eine sich ständig ändernde Kombination aus Resten: Reste aus der Käseproduktion (Molke), die faserigen Überreste von Äpfeln, die für Apfelmost gepresst worden waren, und alles, was er an überschüssigem Obst erwerben konnte.

Diese Flexibilität in der Zugabe von Früchten ist auch der Grund, wieso wir heute noch so eine grosse Vielfalt an Fruchtaromen sehen: Ob Holunder, Mango oder Zitrone – Fanta erfindet sich immer wieder neu und zeigt sich in einem neuen Gewand.

Unzählige Geschmäcker, eine Fanta

Bei den verschiedenen Geschmäckern kam es früher ganz darauf an, welche Früchte gerade zur Verfügung standen. In Holland waren dies zum Beispiel vorwiegend Holunderbeeren, und in Italien Orangen. Orangen: Die Fanta, die wir heute kennen und lieben, war geboren.

Der französische Star-Designer Raymond Loewy entwarf die berühmte Fanta-Ringflasche aus braunem Glas. Ein Design, das perfekt zum Gute-Laune-Getränk passt: gleichzeitig schlicht, funktional und ikonisch.

Zusammen mit der charakteristischen Ringflasche wurde die Marke Fanta ab 1955 in Europa, Lateinamerika und Afrika gross beworben – doch nicht gross in den USA. Dies hatte zum Grund, dass man der starken Marke Coca-Cola keine Konkurrenz machen wollte. 1960 sprudelte Fanta bereits in 36 Ländern, und seit 1965 in der Schweiz, wo sie lokal hergestellt wird.

Die Fanta-Family

In der Schweiz gibt es die Fanta heute in fünf Varianten, mit Geschmack nach Orange (der Klassiker), Zitrone und Mango sowie seit 2008 als Zero-Variante ohne Zucker. Und natürlich die Fanta Shokata, die "blaue Fanta" mit Holundergeschmack, die via Rumänien den Weg zu uns gefunden hat

Fanta Shokata, die Fanta-Geschmackrichtung aus Südosteuropa, kommt ursprünglich aus Rumänien und schmeckt nach Holunderblüten und Zitrone.

In anderen Ländern gibt es unzählige weitere Geschmacksorten wie Ananas, Apfel, Cassis, Chinotto, Exotic, Grape, Himbeere, Icy Lemon, Kiwi Apfel, Madness, Papaya, Passionsfrucht, Pomelo, Red Fruits, Root Beer, Salaberry (Heidelbeere), Twisted Fruits, Strawberry – die Liste ist noch lang.

Es existieren unzählige verschiedene Fanta-Varianten – Wir würden am liebsten alle probieren!

Seit 2017 gibt es die Fanta-Flasche im neuen frischen Look und mit mehr Frucht-Geschmack. Fruchtig, frech, dynamisch und perfekt für junge Menschen: voll abgedreht eben!

Der Weg von dem Resteprodukt aus dem zweiten Weltkrieg zu der Fanta, die wir jetzt lieben und abfeiern war weit – wir sind gespannt, wie sich unsere Lieblings-Orangenlimonade weiterentwickeln wird.