Der Präsident und CEO der Coca-Cola Company Muhtar Kent äussert sich zum Water-Replenishment-Ziel, das die Company fünf Jahre früher als geplant erreichen konnte, und warum wir in Sachen Wasserschutz und Wassereinsparung handeln müssen.

Unsere Welt hat ein Wasserproblem. Meine Firma setzt sich seit Jahren in vielen Teilen der Welt mit diesem Thema auseinander.

Es ist kein Geheimnis, dass die weltweite Situation der Wasserversorgung angespannt ist. Manche Schätzungen geben an, dass wir bereits in 15 Jahren 40% mehr Frischwasser benötigen werden, als für uns leicht zugänglich ist. Und da es wahrscheinlicher ist, dass sich die Lage verschlechtert als verbessert, beunruhigt mich die mangelnde Dringlichkeit, mit der die Geschäftswelt und die Gesellschaft als Gesamtheit auf das Thema reagiert. In manchen Bereichen wird bereits sinnvoll gehandelt, jedoch sieht es so aus, als ob all jene, die nicht von der unmittelbaren Knappheit oder von Qualitätsproblemen betroffen sind, Wasser oft als etwas Selbstverständliches ansehen.

Viele Experten prognostizieren aufgrund des Wassermangels Konflikte und Bevölkerungsverschiebungen. Meine Prognose lautet, dass ein Unternehmen, das nicht verantwortungsvoll mit Wasser umgeht, in 20 Jahren nicht mehr im Geschäft sein wird. Ich äussere mich dazu nicht als unbeteiligter Beobachter.

Vor zwölf Jahren wurde unserem Unternehmen vorgeworfen, dass es in Indien während einer Dürreperiode Wasser verschwendete. Obwohl unser Handeln im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften ausgeführt wurden und unsere eigenen Wasservorräte verwendeten wurden, hatten wir mit Schliessungen von Anlagen und einem zerstörten Ruf zu kämpfen. Einige Konsumenten distanzierten sich von unseren Marken.

Rückblickend kann ich sagen, dass dies eine für uns schwierige, aber sehr lehrreiche Erfahrung war. Die Auswirkungen waren weit über Indien hinaus spürbar. Damals konzentrierten wir uns auf den Wasserverbrauch bei unseren Betriebsabläufen, aber das war nicht genug.

Diese Erfahrung rüttelte uns wach.

Infolge machten wir Wasser zum Unternehmensschwerpunkt und veranlassten eine umfassende Evaluierung unseres Wasserverbrauchs und der darin verborgenen Risiken, sowie unserer Möglichkeiten, Wasser einzusparen – an dieser Stelle möchte ich allen ans Herz legen, dies zu tun. Wir arbeiteten auch mit unseren Abfüllpartnern, Zulieferbetrieben und anderen, um eine aktive Rolle im Wasserschutz und in der gesellschaftlichen Verantwortung zu übernehmen. Ausserdem verpflichteten wir uns 2007 dazu, all das Wasser, das wir verwenden, wieder zurückzuführen, um der Natur und dem Gemeinwesen in unserem Wirkungsbereich jeden Liter Wasser zurückzugeben, der in unsere Getränke und die Produktion geht.

Damals strebten wir dieses Ziel an. Es wurde aus Gründen der Verantwortung und der Notwendigkeit konzipiert. Heute bestätigen unabhängige Auditoren, dass wir dieses Ziel dank der Arbeit an der Rehabilitierung der Wassereinzugsgebiete, Wasserschutz und Zugang zu sauberem Wasser – sowie mithilfe von vielen sektorenübergreifenden Partnerschaften – fünf Jahre früher als ursprünglich geplant erreichen konnten. Und wir verpflichten uns dazu, diese Leistung in Einklang mit dem Wachstum unseres Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Es handelt sich hierbei nur um ein Unternehmen. Die Veränderungen, die wir bewirken können, sind selbst dann eingeschränkt, wenn wir mit all unseren Partnern am selben Strang ziehen. Gerade aus diesem Grund bin ich davon überzeugt, dass wir alle noch mehr tun müssen – und zwar zusammen – um diese wertvolle Ressource auch in Zukunft zu schützen und verantwortungsbewusst damit umgehen. Wenngleich wir uns dazu verpflichtet haben, unseren Teil zu erledigen, so ist Wasser eine gemeinsam genutzte Ressource, die in der Verantwortung von Unternehmen, der Regierung, der Zivilgesellschaft, des Gemeinwesens und aller Einzelpersonen liegt.

Unsere Welt ist stärker vernetzt denn je. Eine Dürreperiode auf einer Seite der Erdkugel bedeutet mehr als ein lokales oder regionales Ereignis. Sie kann zerstörende Reaktionen in der Umwelt – und der Wirtschaft – des gesamten Planeten hinter sich ziehen.

Es gibt keine einfache Lösung. Stattdessen wird man für die Bekämpfung der Wasserknappheit viele Lösungen und viele Kooperationspartner benötigen. Einige dieser Gruppen einschliesslich Coca-Cola versammelten sich anlässlich der Weltwasserwoche in Stockholm, um verschiedene Chancen und Innovationen zu diskutieren, wie man die Wasserverfügbarkeit und entwicklungspolitische Herausforderungen bewältigen kann.

Heute lade ich Führungskräfte und Einzelpersonen in allen Bereichen der Gesellschaft weltweit dazu ein, uns dabei zu helfen, Wasser zu schützen und zu sparen.

Wenn Sie bereits eine Vorreiterrolle spielen, danke ich Ihnen. Sollten Sie sich gerade dafür einsetzen, ermutige ich Sie dazu, unaufhörlich weiterzumachen. Wenn Sie sich bisher noch nicht dazu verpflichtet haben, hoffe ich, dass Sie sich intensiv mit der aktuellen Wasserproblematik unserer Welt auseinandersetzen und dementsprechend agieren.

Muhtar Kent ist Präsident und CEO der Coca-Cola Company.
Wasser ist eines der Hauptprobleme, die den Planeten bedrohen, den wir teilen und es geht über die Meinungen hinaus, die wir nicht teilen. Empfinden Sie dies als Weckruf und warten sie nicht auf einen dringenderen. Unsere Zukunft ist von unserem Handeln abhängig.

Finden Sie heraus, wie wir unser Water-Replenishment-Ziel fünf Jahre früher als geplant erreichen konnten.